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45.000 Gratisplätze

Der Gratiskindergarten wird Realität: Auch private Kindergärten können

durch ein neues Fördermodell beitragsfreie Plätze anbieten. Bei ganztägiger Betreuung sparen sich Eltern mindestens 226 Euro.

Eine Entlastung für alle Wiener Eltern: Ab Herbst wird auch die Betreuung in einem Großteil der privaten Kindergärten gratis sein. Rund 45.000 Kindergartenplätze – sowohl städtische als auch private – werden ab Herbst beitragsfrei sein. Auch für die meisten der 13.000 Krippenplätze müssen Eltern in Zukunft keinen Betreuungsbeitrag leisten. 226 Euro behalten sie jedes Monat in der Brieftasche, wenn ihr Kind ganztägig einen Kindergarten oder eine Kinderkrippe besucht bzw. von einer Tagesmutter betreut wird.

Das neue Modell
„Insgesamt stehen für den privaten Bereich zusätzliche Fördermittel in Höhe von
80 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung. Das ist doppelt so viel wie bisher“,
so Wiens Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch. „Damit ermöglichen wir privaten Betreibern, dem Beispiel der städtischen Kindergärten zu folgen und möglichst viele Betreuungsplätze beitragsfrei anzubieten.“
Einkommensschwache Familien bekommen auch den Essensbeitrag bis zu einer Höhe von 57,41 Euro ersetzt. Dafür ist ein Antrag an die MAG ELF zu stellen (siehe Kasten rechts unten).

So wird gefördert
Ein neues Fördermodell macht die Ausweitung des Gratiskindergartens möglich. Erhielten früher gemeinnützige Kindergärten eine Gruppenförderung, werden sie jetzt pro Kind mit einem Besuchsbeitrag und einem Grundbeitrag unterstützt. Für ein Kind, das eine Krippe besucht, erhält der Kindergartenbetreiber beispielsweise 471 Euro. Hinzu kommt ein Verwaltungszuschuss pro Gruppe. Zu den gemeinnützigen Trägern zählen etwa die „Wiener Kinderfreunde“, die „Kindercompany“ oder „Kinder in Wien“. Nicht gemeinnützige Träger – das sind drei Prozent aller Wiener Kindergärten – erhalten den Besuchsbeitrag in der Höhe von 226 Euro pro Monat.

226 Euro für alle Eltern
Einzelne Betreiber werden für spezielle Angebote weiterhin einen Beitrag einheben, wie beispielsweise für Öffnungszeiten von mehr als 50 Stunden pro Woche, spezielle pädagogische Konzepte oder kleinere Gruppen. Aber: Auch hier ersparen sich Eltern mindestens 226 Euro pro Monat bei einer ganztägigen Betreuung. Ein Beispiel: Hat man bis dato für einen Privatkindergarten, der mehr als 50 Stunden pro Woche geöffnet hat, 300 Euro bezahlt, kostet dieser ab Herbst nur noch
74 Euro. „Wir werden genau darauf achten, dass zusätzliche Angebote, für die in privaten Kindergärten ein Beitrag eingehoben wird, tatsächlich erbracht werden. Daher wollen wir die Einrichtungen in einem Jahr kontrollieren“, sagt Christian Oxonitsch. „Wenn die gewährten Förderungen für ein beitragsfreies Angebot ausreichen, darf den Eltern kein zusätzlicher Beitrag verrechnet werden.“


Wer wird gefördert?
Damit die privaten Kindergärten eine Förderung erhalten und den Platz beitragsfrei anbieten können, müssen sie gewisse Voraussetzungen erfüllen. Dazu zählt beispielsweise die Einhaltung der Grundsätze des Wiener Bildungsplans. Dieser garantiert eine hohe Qualität und Professionalität im Kindergarten.
Kindergartendatenbank
Doch nicht nur in Sachen Gratiskindergarten denkt Wien weiter. Um freie Kindergartenplätze auf Knopfdruck zu finden, arbeitet die Stadt derzeit an der Erstellung einer Kindergartendatenbank. Sie soll mithelfen, Doppelanmeldungen zu vermeiden.

Ausbau der Betreuung
Ein weiterer Riesenschritt in Sachen Kinderbetreuung ist der Ausbau von Krippen- und Kindergartenplätzen. 2.200 neue Plätze soll es noch heuer geben. „Wir achten dabei ganz besonders darauf, wo regional Bedarf besteht“, betont Oxonitsch. In Floridsdorf und Donaustadt entstehen daher 500 neue Plätze, in Favoriten und Hernals kommen mehr als 200 hinzu. Zusätzliche Plätze wird es sowohl in städtischen als auch privaten Kindergärten geben, dazu zählen kleinere Anbieter wie der „Bilinguale Kindertreff“ oder der Verein „Bunte Spielwiese“. In der Schlachthausgasse „Karree St. Marx“ entsteht ein städtischer Kindergarten mit vier Gruppen. „Wir investieren dafür insgesamt rund 13 Millionen Euro“, erklärt Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch.  

 
Kindergarten-Hotline: 01/277 55 55,
www.kindergaerten.wien.at �

 

 

Formulare zur Förderung des Essensbeitrags: Anträge können per Post an die Magistratsabteilung 11, GR-Referat „Gefördertes Essen in Kinderbetreuungseinrichtungen“, 3., Rüdengasse 11, per Fax an 01/40 00-99-90710, oder per E-Mail eingescannt an g-gra@ma11.wien.gv.at versendet werden.
Infos unter der Hotline 01/40 00-90710