Gesunde Zähne von klein auf
Eltern können viel für die kariesfreie Zukunft ihrer Kinder tun. Hier finden Sie die besten Profi-Tipps – von der Schwangerschaft bis zum Ende der Volksschulzeit.

"Für kariesfreie Zähne ist nicht nur richtiges Putzen verantwortlich", so die Zahnärztin und Zahnärzte-Ausbildnerin Petra Drabo von der Medizinischen Universität Wien. Hier die wichtigsten Tipps von ihr, damit Kinder von klein auf gesunde Zähne haben:
- Vorbeugung beginnt bereits vor der Schwangerschaft: Frauen, die schwanger werden wollen, sollten checken lassen, ob ihre Zähne okay sind, und etwa undichte Plomben austauschen lassen, damit es nicht während der Schwangerschaft zu einer Schwermetallbelastung durch Amalgam kommt.
- Am besten am Anfang und gegen Ende der Schwangerschaft Zähne checken lassen. Die werdenden Eltern sollten beide eine Mundhygiene machen lassen und sich ein Putztraining gönnen. Denn wenn Vater oder Mutter kariöse Zähne haben, übertragen sich diese Bakterienstämme später auch auf das Kind, etwa beim Abschlecken eines gemeinsam verwendeten Löffels.
- Im Idealfall und wenn möglich sechs Monate stillen – das ist ein gutes Training für die Gesichts- und Kiefermuskulatur des Säuglings, da dabei wesentlich mehr Muskeln eingesetzt werden als beim Saugen an einem Flascherl. Weiterer Nachteil vom Fläschchen: Es verleitet zum Dauernuckeln, etwa beim Einschlafen, wodurch die Kariesentwicklung an den Zähnen des Oberkiefers begünstigt wird ("Flascherlkaries"). Grund: Sie werden ständig von Zucker umspült (Fruchtzucker, Milchzucker), der den Zahnschmelz angreift.
- Flascherl am besten ganz vermeiden: Wenn der erste Zahn kommt, zirka ab dem sechsten Monaten, auf Löffel und Becher umsteigen.
- Putzen: Ab dem ersten Zahn wird geputzt: mit weichen Kinderzahnbürsten, ohne Zahnpasta. Sobald nicht mehr die Gefahr des Verschluckens besteht, eine Kinderzahnpasta (mild) mit Fluor verwenden. Ab dem ersten oder zweiten Lebensjahr am besten eine elektrische Zahnbürste benutzen – damit ist die Reinigung einfacher und effizienter. Außerdem tut sich das Kind auch beim Arztbesuch leichter, da es bereits das Vibrieren und Spritzen gewohnt ist.
- Seien Sie in puncto Putzen ein Vorbild! Viele Kinder wollen erwachsene Handlungen nachahmen. Reinigen Sie Ihre Zähne sorgfältig und machen Sie es in der Früh und am Abend zu einem Ritual.
- Richtig reinigt man nach der Rot-Weiß-Technik, also vom Zahnfleisch Richtung Zahn, so wie man einen Kamm reinigt, zwei bis drei Minuten lang und immer nach dem gleichen Schema, um keine Flächen zu vergessen. Am besten Sie gehen gemeinsam mit Ihrem Sprössling zu einer Zahnärztin oder einem Zahnarzt und lassen sich die korrekte Putztechnik zeigen!
- Bei der Wahl von Ärztin oder Arzt: Nachfragen, ob die Praxis auch viele Kinder als PatientInnen hat und ob sie willkommen sind.
- Um Reinigungserfolg oder -mängel zu erkennen, kann man ab und zu Plaque-Färbetabletten benutzen.
- Falls die Zähne des Nachwuchses sehr eng stehen, sollten die Eltern mit Zahnseide nacharbeiten, um Karies zu vermeiden.
- Ab dem ersten Lebensjahr mindestens zwei Mal pro Jahr zu Zahnärztin oder Zahnarzt gehen, damit sich das Kind daran gewöhnt und es als normal empfindet. Die Begleitperson sollte jemand sein, der keine Angst vor Zahnärztin oder Zahnarzt hat! Übertragen Sie keine Ängste, verhalten Sie sich in der Situation neutral.
- Kindern mangelt es noch an der nötigen Feinmotorik und Konsequenz beim Putzen, deshalb unbedingt immer kontrollieren und nachputzen. Im Normalfall gilt: Sobald das Kind flüssig schreiben kann, kann es auch effizient Zähne putzen.
- Süßigkeiten: Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht ständig Süßes isst, knabbert und trinkt. Denn sonst kann sich das Mundmilieu nie erholen und der Reparaturmechanismus klappt nicht mehr, sodass leichter Karies entsteht. Hauptgetränk sollte Wasser sein, Fruchtsäfte als Zwischenmahlzeit betrachten, die zügig getrunken werden.
- Wenn Sie diese Punkte beachten, sind die Chancen, dass auch die bleibenden Zähne Ihres Sprösslings gesund sind, sehr hoch!



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