Diabetes: Auch Kinder sind nicht davor gefeit!
Die Stoffwechselkrankheit betrifft nicht nur ältere Menschen. Selbst Kleinkinder können schon darunter leiden. Lesen Sie alles über Vorbeugung, Früherkennung und Behandlung von Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes.

Typ-1-DiabetikerInnen sind oft noch im Kindesalter. Ihre Bauchspeicheldrüse produziert zu wenig oder gar kein Insulin. Dieses Hormon braucht der Körper aber, um den Zucker – das wichtigste Nahrungsmittel für die Zellen – aus dem Blut in die Zellen aufnehmen zu können. Ist zu wenig Insulin vorhanden, kann der Körper den Zucker nicht aus dem Blut aufnehmen. In diesem Fall muss er das vorhandene Fett anknabbern, um die Zellen zu ernähren. Die Folge: Der Mensch ist dünn und fühlt sich oft müde und schlapp. Oft kommt es beim noch unentdeckten Diabetes Typ 1 gleich zu Beginn zu einer massiven Stoffwechselentgleisung mit Bewusstseinseinschränkung bis zur Bewusstlosigkeit, oft mit Bauchschmerzen einhergehend. Kinderarzt Andreas Lischka, Leiter der Kinderklinik Glanzing: „Bei ersten Anzeichen muss man mit dem Kind raschest zu Ärztin oder Arzt oder in eine Diabetesambulanz!“ Achtung: Keine Selbsttests mit Streifen durchführen – das Ergebnis kann fehlerhaft sein. Vorbeugung und Heilung sind bei Typ-1-Diabetes nicht möglich. Bleibt die Krankheit unbehandelt, drohen überall dort Schäden, wo sich kleine Gefäße befinden, etwa in den Augen (Netzhaut) und Nieren. Je früher man Typ-1-Diabetes erkennt und behandelt, umso besser greift die Therapie.
Wer Typ-1-Diabetes hat, muss seinem Körper ein Leben lang Insulin, das auch künstlich hergestellt werden kann, zuführen. Auch wenn es Kindern anfangs schwer fällt, sich selbst mit der Nadel in Bauchdecke oder Oberschenkel zu piksen: Sie können das Spritzen von Insulin lernen und zur Gewohnheit machen, wie Zähneputzen, und sich damit gut selbst behandeln. Praktisch ist auch eine Pumpe – ein kleines Gerät, das immer am Körper getragen wird. Über einen Katheter pumpt es auf Knopfdruck Insulin in den Körper. Gerade für Kinder, die viel unterwegs sind und sporteln, ist die Pumpe eine gute Alternative.
Traubenzucker hilft
Wichtig ist auch regelmäßiges Essen. Denn auch zu wenig Zucker im Blut ist bei diesem Diabetestyp gefährlich: Die Gehirnzellen bekommen nicht genug Nahrung, was sich durch Kopfschmerzen, Schwindel oder mangelnde Konzentrationsfähigkeit bemerkbar macht. Im schlimmsten Fall droht eine Ohnmacht. Bei ersten Anzeichen, dass der Blutzuckerspiegel sinkt, gibt es einfache Abhilfe: ein Stück Traubenzucker zu sich nehmen. Dieses Wissen sollten auch LehrerInnen und Großeltern haben, damit sie dem Kind in solch einer Situation helfen können – wenn es selbst nicht mehr dazu in der Lage ist.
Alles rund um Diabetes, die optimale Ernährung und das Insulinspritzen können Kinder in eigenen Diabetesambulanzen lernen, die es etwa im Preyer’schen Kinderspital (im Kaiser-Franz-Josef-Spital angesiedelt), AKH, Krankenhaus Hietzing, SMZ Ost, Rudolfstiftung und Wilhelminenspital gibt.



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