„Mein Ziel ist es, Spaß am Lesen zu vermitteln“
Lesepatin Regina Tomancok zu Besuch in der Astrid-Lindgren-Schule.
Lesepatin Regina Tomancok mit ihren beiden Schützlingen.
„Was ist eine Amsel?“, fragt der neunjährige Armin. „Das ist ein schwarzer Vogel, der singt. Er hat einen orangefarbenen Schnabel“, erklärt Schulrätin Regina Tomancok. Die ehemalige Berufsschullehrerin ist Lesepatin und kommt einmal pro Woche in die Volksschule Sonnenuhrgasse im sechsten Bezirk. Sie ist damit eine von rund 600 Ehrenamtlichen, die in Wiens Volksschulen Kindern, die Unterstützung brauchen, beim Lesen helfen.
Gezielte Förderung
„Eine Freundin ist Volksschullehrerin, sie hat mit die Anregung gegeben mitzuhelfen“ , erinnert sich Tomancok, „es ist eine sinnvolle Tätigkeit, und ich beschäftige mich gerne mit Kindern.“ In der Stunde, die Tomancok an der Schule verbringt, betreut sie zwei Neunjährige mit nichtdeutscher Muttersprache.
Während die anderen Kinder mit der Klassenlehrerin in die Bibliothek gehen, liest Tomancok mit den Buben Texte. „Ich spreche mich vor der Stunde immer mit der Lehrerin ab. Sie teilt mir mit, welche gezielte Förderung die beiden brauchen, und stellt die Texte bei.“
Gemeinsam lesen, gemeinsam lernen
Vorige Woche hat die Klasse einen Lehrausflug in die Waldschule unternommen. Das Thema der heutigen Lesestunde war daher „Wald“. Die Pensionistin lässt die beiden Buben abwechselnd ein Stückchen Text lesen. Anschließend stellt sie Fragen zum Text oder lässt die Buben nacherzählen, was sie gelesen haben.
Unbekannte Wörter wie eben Amsel oder Krähe erklärt sie ihnen. Zum Schluss fassen sie die Geschichte noch einmal zusammen, oder Regina Tomancok fragt nach den neu gelernten Wörtern, um die Begriffe zu festigen.
Freude am Lesen
Die Pädagogin ist begeistert von ihrer Aufgabe: „Das Projekt ist äußerst nett. Die beiden Buben sind ganz eifrig dabei und freuen sich, wenn ich komme.“ Tomancoks Wunsch ist es, ihre Freude am Lesen weiterzugeben.
Ihr ist es wichtig, Spaß am Lesen entwickeln. Wenn es nur Zwang und Qual ist, werden sie nur wenig Fortschritte machen. Tomacok: „Viele Kinder werden oder können zu Hause nicht gefördert werden. Das soll dieses Projekt ein wenig ausgleichen.“