Im Dienste der Kinder
SOS-Kinderdorf, einst in Österreich entstanden, ist heute weltweit in 132 Ländern aktiv und längst eine der wichtigsten humanitären Einrichtungen der Welt.
Nie mehr allein – Kinder im SOS-Kinderdorf
Als Hermann Gmeiner 1949 den Verein SOS-Kinderdorf gründete, ahnte er nicht, dass daraus einmal eine weltweite Bewegung im Dienste der Kinder werden sollte. Heute sind rund 473 SOS-Kinderdörfer in 132 Ländern aktiv. Fast alle befinden sich auf dem Land. Nur in den Metropolen Chicago, Berlin und Wien gibt es auch ein SOS-Kinderdorf mitten in der Stadt. In Wien besteht das Kinderdorf seit 2006. Es ist in einer Wohnanlage in Jedlesee, im Bezirk Floridsdorf, angesiedelt.
Erstes SOS-Kinderdorf in Imst
Hermann Gmeiner wuchs auf einem Bauernhof in Vorarlberg auf. Er hatte sieben Geschwister. Nach dem frühen Tod der Mutter wurde er von seiner ältesten Schwester großgezogen. Er wollte immer Kinderarzt werden und studierte in Innsbruck Medizin. Damals, im Herbst 1946, war Österreich vom Zweiten Weltkrieg schwer gezeichnet. Durch seine Arbeit als Jugendbetreuer war Hermann Gmeiner Zeuge des Elends der vielen Kriegswaisen und heimatlosen Kinder. Ihre Not wollte er lindern. Aus seiner unerschütterlichen Überzeugung, dass keine Hilfe wirksam sein kann, wenn ein Kind ohne Zuhause aufwachsen muss, entstand die SOS-Kinderdorf-Idee. 1949 gründete er den Verein SOS-Kinderdorf und noch im selben Jahr eröffnete in Imst in Tirol das erste SOS-Kinderdorf seine Pforten.
Hermann Gmeiner investierte damals sein gesamtes Vermögen von 600 Schilling in die ersten Spendenaufrufe. Diese forderten dazu auf, das SOS-Kinderdorf mit zumindest einem Schilling pro Monat zu unterstützen. Seine Aufrufe fanden eine unerwartet hohe Resonanz. Heute gibt es in Österreich zehn SOS-Kinderdörfer. Doch die SOS-Kinderdorf-Idee ging bald um die Welt. Bereits 1955 gab es SOS-Kinderdorf-Vereine in Frankreich, Deutschland und Italien.
Weltweite Organisation
1960 wurde SOS-Kinderdorf International als Dachverband für alle SOS-Kinderdorf-Vereine gegründet. Im gleichen Jahr startete auch die SOS-Kinderdorf-Arbeit in Lateinamerika. 1963 folgten erste SOS-Kinderdörfer in Asien. Und 1970 entstand das erste afrikanische SOS-Kinderdorf.
Mehr als 139.000 Kinder und Jugendliche besuchen SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, SOS-Kindergärten und SOS-Berufsbildungszentren. Zusätzlich unterstützt die Organisation Familien mit materiellen, psychologischen und sozialen Leistungen. Rund 254.000 Menschen profitieren von den SOS-Sozialzentren, mehr als 500.000 Menschen von den medizinischen Zentren. In Krisen- und Katastrophensituationen hilft SOS-Kinderdorf mit Nothilfeprogrammen.
1981 entstand die Hermann-Gmeiner-Akademie in Innsbruck. Sie ist bis heute ein Schulungs- und Ausbildungszentrum für SOS-Kinderdorf-MitarbeiterInnen aus der ganzen Welt.
SOS-Kinderdorf ist eine unabhängige, nicht-staatliche soziale Entwicklungsorganisation, die verlassenen und verwaisten Kindern in 132 Ländern eine langfristige, familiennahe Betreuung bietet. Rund 70.000 Kinder und Jugendliche werden weltweit in 473 SOS-Kinderdörfern und 383 Jugendeinrichtungen betreut. SOS-Kinderdorf setzt sich auch in der virtuellen Welt von "Second Life" für eine glückliche Kindheit ein. Seit dem 29. Juli 2008 können BesucherInnen ihre schönsten Kindheitserinnerungen auf der "Insel der glücklichen Kindheit" neu aufleben lassen und mit der virtuellen Gemeinschaft teilen.
Internationale Anerkennung
SOS-Kinderdorf International erhielt 1995 von der UNO eine Mitgliedschaft als "NGO mit beratendem Status (Kategorie II) im Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen" angetragen. 2002 wurde dem Verein die weltweit anerkannte humanitäre Auszeichnung "Conrad N. Hilton Humanitarian Prize" für außergewöhnliche Leistungen zur Linderung menschlicher Not verliehen. Die Organisation setzt sich für Opfer von Naturkatastrophen in Bolivien, Uruguay, Peru und Indonesien sowie für Not leidende Menschen in Krisengebieten in Sudan, Tschad und Somalia ein.
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