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Hilfe und Unterstützung für Eltern und Kinder
Die MAG ELF – Amt für Jugend und Familie greift mittels neuer pädagogischer Methoden und Konzepte bei Familien-Konfliktsituationen ein und hilft, bevor Probleme eskalieren.

Durch rechtzeitige Unterstützung und individuelle Angebote sollte vor allem das Recht der Kinder geschützt werden, um sie in ihrer Entwicklung zu fördern. Die MAG ELF hat neue Methoden erfolgreich erprobt und Einrichtungen eröffnet, die den Familien zugutekommen.
Sozialpädagogisches Familiencoaching
Wenn Eltern und ihre Kinder trotz aller Hilfe nicht mehr miteinander zurechtkommen, ist der Umzug der Kinder in eine Wohngemeinschaft der letzte Ausweg. Um das zu verhindern, bieten Sozialarbeiterinnen udn Sozialarbeiter, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen sowie Psychologinnen und Psychologen das "sozialpädagogische Familiencoaching" an.
"Sozialpädagogisches Familiencoaching" bedeutet, dass die Kinder tagsüber, von Montag bis Freitag, in MAG-ELF-Einrichtungen sind. Die Nächte und Wochenenden verbringen sie zuhause. Die Eltern kommen sie viermal pro Woche in den MAG-ELF-Einrichtungen besuchen. Gemeinsam mit den Kindern und in Begleitung von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern erleben sie Alltagssituationen. So wird ihnen gezeigt, wie man respektvoll miteinander umgeht und sich durchsetzen kann – und zwar ohne zu schreien oder Gewalt auszuüben. Ist es nötig, werden auch U-Bahn-Fahrten, der Besuch eines Arztes oder einer Ärztin und andere Situationen, die zu Konflikten führten, "durchgeübt". Die Sozialarbeiterinnen bzw. Sozialarbeiter begleiten die Eltern auch zu wichtigen Terminen, z. B. in die Schule. Einmal pro Woche verbringt die Familie gemeinsam die Freizeit. Das Programm organisieren Eltern und Kinder gemeinsam.
Mit den Kindern werden beim Familiencoaching Übungen zum Aufbau des Selbstvertrauens gemacht. Sie erproben auch ihre Verhaltensweisen, um zu erkennen, wie ihr Verhalten bei anderen ankommt. Das Familiencoaching dauert drei bis sechs Monate. Die Erfolgsquote wurde evaluiert und lag bei 87,5 Prozent.
Familienintensivtraining FIT
Beim Familienintensivtraining kommen zwei Sozialarbeiterinnen bzw. Sozialarbeiter und/oder Sozialpädagoginnen bzw. -pädagogen in die Wohnung. Sie beobachten, wie es zu Konflikte kommt und wie diese ausgetragen werden. Währenddessen läuft eine Kamera mit. Beim Anschauen der Videoaufzeichnungen wird das Problem offensichtlich und wird der Wunsch nach Veränderung geweckt. Auch Erfolge – wenn sich Eltern z. B. bei einem Konflikt anders als sonst verhalten – werden beim Ansehen der Aufzeichnungen offensichtlich und fördern die Motivation.
Im Anschluss an das Familienintensivtraining, das zehn Tage dauert, wird die Familie weiter betreut. Bis dato musste von den 16 Familien, die das FIT absolviert haben, noch kein Kind in eine betreute Wohngemeinschaft übersiedeln.
Die 5-Tages-Wohngemeinschaft
Kinder, die innerhalb von sechs bis zwölf Monaten zur Familie zurückkehren können, finden während fünf Tagen in einer Wohngemeinschaft ein Zuhause. Die Eltern besuchen sie und werden in die Betreuung miteinbezogen. Das Wochenende verbringen die Kinder bei ihren Eltern. Derzeit gibt es in Favoriten eine 5-Tages-Wohngemeinschaft, das Modell soll aber weiter ausgebaut werden.
Begleitung minderjähriger Schwangerer und minderjähriger Mütter
Drei MAG-ELF-SozialpädagogInnen kümmern sich derzeit um 82 jugendliche Mütter in Wien. Die Unterstützung beinhaltet die Vorbereitung auf die Geburt, regelmäßige Gespräche, Hausbesuche usw.
Betreuungseinrichtungen für jugendliche Mütter
Im Herbst eröffnet in Favoriten ein neues Mutter-Kind-Zentrum für Minderjährige. 26 Wohnungen stehen für jugendliche Mütter und ihre Babys bereit. Dort werden sie intensiv von einer Sozialarbeiterin oder einem Sozialarbeiter unterstützt.
Nach bisherigen Erfahrungen werden die jungen Mütter durchschnittlich zwischen sieben Monate und zwei Jahre im Mutter-Kind-Zentrum betreut. 70 Prozent gelingt danach der Schritt zurück in den Alltag. Ist die Überforderung zu groß, übernimmt die MAG ELF die Obsorge und Pflegeeltern betreuen das Kind.
Elterntraining in Kleingruppen
Die Eltern verpflichten sich, an einem Training teilzunehmen. Es sind acht Termine zu drei Stunden. Eltern von Kleinkindern, die massive Erziehungsprobleme haben, tauschen sich in Kleingruppen mit anderen Eltern und den Trainerinnen bzw. Trainern aus: unter anderem über die Förderung und Entwicklung von Kindern, Konflikte mit demPartner oder der Partnerin usw.
Erweitertes Angebot in Eltern-Kind-Zentren
Bisher waren Kurse und Beratungen in den Eltern-Kind-Zentren vor allem auf Schwangere und Eltern von Kindern bis sechs Jahren aufgebaut, jetzt wurden sie auf Eltern mit Kindern aller Altersgruppen erweitert. Schon seit vorigem Jahr gibt es Infos und Beratung rund um die Themen Scheidung und Trennung.
Im Eltern-Kind-Zentrum in Floridsdorf gibt es seit heuer eine spezielle Elternrunde für Väter und Mütter älterer Kinder.
"Volle Erziehung"
In einigen Fällen ist es trotz intensiver Hilfe nicht möglich, dass das Kind nach einer Zeit im Krisenzentrum wieder nach Hause zurückkehren kann. In diesem Fall wird es ständig in einer Wohngemeinschaft der MAG ELF betreut. Damit der schwere Schritt leichter fällt, begleitet die MAG-Elfe, das Maskottchen der MAG ELF, das Kind.
Die Wohngemeinschaften der MAG ELF werden generell ausgebaut: zwei neue Wohngemeinschaften mit je acht Plätzen und eine Krisenintensivgruppe mit zehn Plätzen wurden geschaffen. Fünf WGs mit insgesamt 40 Plätzen wurden zugekauft und es gibt eine Kooperation mit SOS-Kinderdorf WGs.
Für Jugendliche, die längere Zeit in einer WG verbracht haben, gibt es "betreutes Wohnen", um sie in die Selbstständigkeit zu begleiten: Die Jugendlichen wohnen dann in einer eigenen Wohnung, der Sozialpädagoge oder die Sozialpädagogin begleitet sie. Heuer kommen zehn neue Wohnungen für Jugendliche dazu.
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