Erziehung ist Frauensache
Jetzt haben es Österreichs Mütter schwarz auf weiß: In einen ohnehin schon 16-stündigen Arbeitstag packen sie problemlos die Arbeit von 22 Stunden. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie.
Mütter sind trotz Job noch immer haupterverantwortlich bei der Erziehung.
Die Kinder in den Kindergarten bringen, sie von der Schule abholen, einkaufen, Essen zubereiten, mit den Kindern Hausaufgaben machen, den Haushalt schupfen, sich um Haustiere kümmern – Mütter bringen alles unter einen Hut und erledigen täglich Arbeiten, für die jede Managerin sowie jeder Manager hoch bezahlt wird.
Das bestätigt jetzt auch die internationale Studie ”Living La Vida Rapida”. Weltweit wurden dazu mehr als 7.000 Eltern hinsichtlich ihrer Einstellungen zur Mediennutzung und Werbung, aber auch ihrer Kaufentscheidungen und Einstellungen zum Thema Kindererziehung unter die Lupe genommen. Auch 146 österreichische Mütter sind in der Studie berücksichtigt. Im internationalen Vergleich geht es den österreichischen Müttern aber noch verhältnismäßig gut. Russische Mütter haben zum Beispiel ebenfalls einen 16-Stunden-Tag und bringen darin die Arbeit von 30 Stunden unter.
"Nebenjob" Mutter?
Neben ihrem Job und einer Unmenge von weiteren Tätigkeiten übernehmen Mütter noch immer einen Großteil der täglichen Kindererziehung. Nichtberufstätige Mütter übernehmen drei Viertel der täglichen Kinderbetreuung, bei berufstätigen Müttern sind es immer noch zwei Drittel der Erziehungsarbeit. Auch die Art der Erziehung wird in der Studie dargestellt: 30 Prozent der österreichischen Mütter stufen sich selbst als streng ein.
57 Prozent der europäischen Frauen gehen einem geregelten Beruf nach. Arbeitende Mütter sind in Europa mit 40 Prozent vertreten. Im europäischen Vergleich zählen 62 Prozent der österreichischen Mütter zu den Arbeitnehmerinnen. Der Anteil der Vollbeschäftigten steigt mit dem Alter der Kinder. 45 Prozent der Mütter in Österreich geben an, dass Beruf und Karriere ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens sei.
Fragen Sie Dr. Google
Das Internet als neuer, schneller und kompetenter Ratgeber startet vor allem bei Müttern durch. Der Online-Informationsaustausch gewinnt immer mehr an Bedeutung. „Die klassischen Ratgeber innerhalb der Familie nehmen ab, Medien übernehmen die Rolle der neuen Erziehungsratgeber. Bei Kindern mit Krankheitssymptomen wird nicht gleich eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht, sondern zuerst einmal ins Netz geschaut, nützliche Informationen werden „gegoogelt“. Der Stellenwert des Internets nimmt auch im Bereich der Kindererziehung signifikant zu. So nutzen zum Beispiel 42 Prozent der Mütter und 35 Prozent der Väter das Internet als vielseitigen Erziehungs- und Gesundheitsratgeber. So geben 86 Prozent der Mütter an, in den letzten sechs Monaten allgemeine Recherchen zum Thema Kinder im Internet durchgeführt zu haben. Spezielle Newsletter und Online-Foren zu Kinderthemen werden von 30 Prozent genutzt. 24 Prozent der Mütter haben außerdem so genannte Blogs zum Thema Kindererziehung gelesen.
Weitere Ergebnisse der Studie
- Das Internet ist für beide Elternteile der wichtigste Informationskanal bei Kaufentscheidungen, noch VOR der Mundpropaganda (Platz 2) und TV (Platz 3).
- Weltweit nutzen Mütter die Medien täglich 8,2 Stunden. Österreichische Mütter liegen unter diesem Durchschnitt.
- Die täglich am längsten genutzten Medien bei österreichischen Müttern sind TV und Radio.
- Karriere hat bei der Hälfte der österreichischen Mütter einen hohen Stellenwert.
- „Zeit für mich“ ist für drei Viertel der österreichischen Mütter sehr wichtig.
- Österreichische Mütter verbringen im internationalen Vergleich mehr Zeit mit ihrer Familie.
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