Zu viel Chemie macht Kinder krank
Umweltgifte schaden vor allem den Kleinen. Sie reagieren empfindlich auf schädliche Substanzen, wie sie etwa in Putzmitteln oder neuen Möbeln enthalten sein können. Wir haben Ärztinnen und Ärzte befragt.
Zu viel putzen macht krank.
So schön das Babyzimmer auch ist, die neuen Wandfarben, Tapeten, Möbel und Böden können eine Vielzahl von chemischen Substanzen enthalten. Diese Gifte schaden langfristig der Gesundheit der Neugeborenen. Die Dosis, die ein Kleinkind davon aufnimmt, ist je nach Körpergewicht zwei bis vier Mal höher als bei Erwachsenen. Auch Raumsprays, Duftkerzen, Putzmittel und Ähnliches können schaden. Die möglichen Folgen: Asthma, Allergien und Verhaltensstörungen.
Die Ärztinnen und Ärzte für eine gesunde Umwelt (AGU) haben einige Tipps für Eltern zusammengestellt:
- Verzichten Sie auf Desinfektionsmittel. Diese scharfen Flüssigkeiten sind im Haushalt in der Regel unnötig – und ungesund.
- Putzmittel, ätzende Substanzen und Medikamente sollten immer in versperrten Schränken aufbewahrt werden.
- Während der Schwangerschaft und im 1. Lebensjahr des Kindes sollte die Wohnung nicht renoviert werden.
- Bastelarbeiten, die die Raumluft belasten, nicht in der Wohnung durchführen oder nur bei geschlossener Zimmertüre und sehr guter Lüftung.
- Große Möbel an Außenwänden vermeiden, da sich dahinter Schimmel bilden kann, auch wenn er unsichtbar ist. Oder mindestens 10 cm Abstand zur Außenwand einhalten.
- In der Wohnung sollte nicht geraucht werden. Bewusstes, häufiges Lüften ist natürlich auch wichtig.
- Die Wohnung nicht "beduften". Raumsprays, Duftöle, "Luftverbesserer" belasten nur unnötig die Umgebung.
- Feuchtigkeit, die beim Kochen oder Duschen entsteht, unbedingt nach außen abführen.
- Wohnung nicht überheizen – 24 Grad sind deutlich zu viel – und nicht auskühlen lassen.
Neue Info-BroschüreAGU und Wiener Umweltanwaltschaft haben gemeinsam die Broschüre "Kinder – Umwelt & Gesundheit" erarbeitet. Diese soll Eltern dabei helfen, ihren Nachwuchs besser zu schützen. Infos und Hinweise zu Umweltgiften finden sich darin ebenso wie zu schlechter Ernährung, Lärm, Bewegungsmangel und Passivrauchen. Broschüre: "Kinder – Umwelt & Gesundheit", EUR 6 (inkl. Porto), Telefon 01/42 77-64722.Mehr InfosÄrztinnen und Ärzte für eine gesunde Umwelt, Tel. 01/42 77-64722 (Fr. Piegler), E-Mail: aegu.wien@blackbox.net