Das bringt die Wiener Mittelschule
Unterstütztes Lernen, Fördern von Begabungen und ein Angebot für den ganzen Tag – ein neues Schulmodell tritt seinen Dienst an.
Martha Hafner ist Direktorin der First Vienna Bilingual Middle School, seit September eine der 20 Wiener Mittelschulen: „Bis jetzt haben sich die Neuerungen sehr bewährt.“
Der erste Tag an einer neuen Schule ist für Kinder und Eltern immer etwas Besonderes. An 20 Wiener Standorten war der Beginn des heurigen Schuljahres aber auch für die LehrerInnen und alle, die sich für Bildungspolitik interessieren, nicht ganz alltäglich. Das Modell der Wiener Mittelschule ist seit dem 7. September gelebte Schul-Wirklichkeit. Es sieht keine Trennung mehr von SchülerInnen in Hauptschule und Gymnasium vor. Alle VolksschülerInnen – unabhänigig von ihrer Begabung und Lernleistung – können eine Wiener Mittelschule besuchen und werden dort nach AHS-Lehrplan unterrichtet. Dafür gibt es individuelle Förderungen in Form eines Kurssystems.
In Kernkursen wird der Stoff behandelt, den alle beherrschen müssen. Nach zwei oder drei Wochen Kernkurs-Phase teilt sich die Klasse für eine Woche in zwei Leistungskurse: In Trainingskursen können SchülerInnen, die Schwierigkeiten mit dem bisherigen Stoff haben, das Erlernte wiederholen und festigen. Erweiterungskurse bieten begabten SchülerInnen die Möglichkeit, ihr Wissen zu vertiefen. So sparen sich Eltern von lernschwächeren Kindern teure Nachhilfestunden. Und SchülerInnen, die sich mit dem „normalen“ Stoff spielen, wird garantiert nicht langweilig.
Unterrichtsfach „Lerncoaching“
Darüber hinaus verfügen die Wiener Mittelschulen über ein ausgezeichnetes LehrerInnen-SchülerInnen-Verhältnis. In den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch unterrichten je zwei LehrerInnen pro Klasse. Und wer will, kann von dem Ganztagsangebot Gebrauch machen. Nach einem Mittagessen bleiben die SchülerInnen zur Lernbetreuung. Schuleigene LehrerInnen helfen ihnen dort beim selbstständigen Erarbeiten ihrer Hausübungen. Wie man effizient lernt und wie man einander beim Lernen unterstützen kann, erfahren die SchülerInnen in einem eigenen Unterrichtsfach.
„Die ,Lerncoaching‘-Stunden sind ein großer Erfolg“, sagt Martha Hafner, Direktorin der Wiener Mittelschule in der Wendstattgasse. „Dabei geht es auch um das Miteinander im Klassenverband. Jeder hat seine Stärken – und die kann er mit anderen teilen.“ Das Markenzeichen der First Vienna Bilingual Middle School ist Zweisprachigkeit: „Wir unterrichten in mehreren Fächern sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch“, erklärt Hafner (siehe Interview). Das Abschlusszeugnis einer Wiener Mittelschule ermöglicht den Zugang in jede weiterführende Schule.
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