Top-Ausbildung garantiert
Brigitte Cizek ist Leiterin der Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik der Stadt Wien im 21. Bezirk, kurz BAKIP 21. Sie freut sich über die Umsetzung der von ihr entwickelten neuen Ausbildungsmöglichkeiten durch die Stadt Wien.
Kinder & Co: Im Vergleich zur fünfjährigen Ausbildung mit Matura, die nach der neunten Schulstufe absolviert wird, dauert die Ausbildung nach dem CHANGE-Modell weniger lang. Ist bei der kürzeren Ausbildung dieselbe Qualität garantiert?
Brigitte Cizek: Durch den Wegfall der Matura-Fächer, wie Physik, Mathematik, Geschichte usw., ist die Ausbildungszeit im Erwachsenenbereich laut vorgeschriebenem Kolleglehrgang dementsprechend angepasst. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten eine genauso fundierte pädagogische Ausbildung. Im Unterschied zum klassischen Kolleglehrgang beinhalten die Modelle PICK UP und CHANGE sogar einen beinahe dreifach höheren Praxisanteil.
Bei CHANGE gibt es schon im ersten Jahr zusätzliche Praxis, nach einem Jahr erfolgt auch die Zwischenqualifikation zur Pädagogin bzw. zum Pädagogen in Ausbildung. Theoretische Fächer, wie beispielsweise Organisation, Management und Recht, kommen dann dafür erst später dazu.
Schon früher gab und gibt es neben der fünfjährigen Ausbildung mit Matura ein zweijähriges Kolleg. Dieses wird allerdings nicht von AMS, Stadt und Bund unterstützt, und es gibt auch nicht die Verpflichtung, danach in einem städtischen Kindergarten zu arbeiten. Dafür gibt die Stadt Wien auch keine Anstellungsgarantie, wie es bei den Ausbildusngsmodellen PICK UP und CHANGE der Fall ist.
Sie wollten auch bewusst Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger ansprechen – ist das gelungen?
Ja, wir haben beispielsweise viele Akademikerinnen und Akademiker, die sich gemeldet haben. Und zwölf Prozent der Auszubildenden sind Männer.
Was passiert, wenn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Ausbildung erkennen, dass es doch nicht das Richtige für sie ist?
Die Entscheidung für die Ausbildung wird sehr bewusst getroffen. Schließlich gibt es sehr viele Interessierte. Und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wissen, dass sie einen Platz „wegnehmen“, falls sie die Ausbildung abbrechen. Natürlich, etwas Unvorhergesehenes kann immer passieren. Schon bei der Aufnahmeprüfung achten wir aber darauf, dass die Leute auch wirklich Interesse, Engagement und den Willen haben, in diesem Beruf zu arbeiten. Es gibt aber eine dreimonatige Probezeit, in der man aus dem Vertrag aussteigen und die Ausbildung beenden kann.
Worauf wird bei der Aufnahmeprüfung besonders geachtet?
Für die psychologische Eignung ist das wichtigste das Einzel- sowie das Gruppengespräch. Dabei wird über verschiedene Zugänge festgestellt, ob die Interessentinnen und Interessenten beispielsweise gerne in einer Gruppe arbeiten, welche Position sie einnehmen usw. Schließlich ist man später im Beruf auch in einem Team tätig.
Wie läuft der Unterricht ab und wie viele „Schülerinnen und Schüler“ sind in einer Klasse?
Es gibt einen täglichen Stundenplan mit pädagogischen und didaktischen Fächern, Musik- und Werkerziehung, Sportunterricht usw. Pro Klasse sind bis zu 34 Schülerinnen und Schüler, wobei sie je nach Fach, wie zum Beispiel in den Instrumentalfächern, auch in Kleingruppen unterteilt arbeiten.
Derzeit kann man sich nicht anmelden?
Nein, die Programme laufen und die Anmeldung startet erst wieder. Sobald der Termin feststeht, kann man auf unserer Website www.paedagogika.at nachlesen, wann es den Tag der offenen Tür gibt. Dort gibt es nähere Informationen.