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NOVA – Die kreative Schule
In der Novaragasse im 2. Bezirk steht neben den „normalen“ Unterrichtsfächern auch noch Theater, Musik und Gestalten auf dem Stundenplan.

Schulleiterin Helga Zach arbeitet seit 16 Jahren in der Novaragasse und weiß, wo die großen Stärken ihrer kreativen Schule liegen.
Kinder & Co: Was sind die Eckdaten Ihrer Schule?
Helga Zach: Hier lernen 205 Schülerinnen und Schüler. 23 Lehrerinnen und Lehrer werden von zwei Betreuerinnen unterstützt. Für die ersten Klassen haben wir heuer erstmals die Ganztagsschule eingeführt. Das heißt, die Kinder sind regulär von 8 bis 15.30 Uhr in der Schule.
Was sind die Vorteile der Ganztagsschule?
Durch den längeren Betreuungszeitraum sind wir bei der Gestaltung der Stunden flexibler. Man kann auch einmal am Vormittag eine Entspannungsstunde machen und muss nicht den Lehrstoff innerhalb weniger Stunden durchpeitschen. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, die Kinder schon um 7.15 Uhr in die Schule zu bringen und sie erst um 17.30 Uhr wieder abzuholen. Das geht über die Anwesenheitspflicht hinaus und ist natürlich gerade für berufstätige Eltern eine große Hilfe.
Wie hoch sind die Kosten für die Ganztagsbetreuung?
Das ist ein fixer Betrag, der in jeder der rund 20 ganztägig geführten Volksschulen gleich hoch ist: 5 Euro pro Tag und Kind. Das Essen kostet zusätzlich 3,39 Euro pro Tag.
Was zeichnet die Schule aus?
Zuerst einmal haben wir ein wirklich tolles Gebäude. Die Schule ist erst heuer renoviert und ausgebaut worden. Durch die Ganztagesbetreuung brauchen wir natürlich mehr Platz und glücklicherweise ist nebenan ein Gebäude frei geworden. Wir haben einen eigenen Spielplatz, eine Bühne, ein Tonstudio, viele Freizeiträume und Werkstätten. Und wir gehen mit den Kindern regelmäßig hinaus – entweder ins Theater, in den Prater oder in den Augarten. Durch die tolle Lage nahe des Zentrums und doch fast im Grünen lässt sich das gut machen.
Die Schule hat ja auch einen musisch-kreativen Schwerpunkt.
Ja, dieser Schwerpunkt fließt in alle Unterrichtsfächer ein. In Mathematik kann es schon mal sein, dass ein Kind das Einmaleins zornig oder lachend aufsagen soll. Ein bis zwei Stunden pro Woche sind aber ganz dem Theater gewidmet. Da werden Stücke erarbeitet, die Kinder tanzen und spielen Situationen nach oder singen auf der Bühne. Und immer wieder haben wir Projekte mit Theaterprofis, die in die Schule kommen. Jetzt gerade kooperieren wir mit dem Theater der Jugend. Der Theaterpädagoge Volker Harald Sommer gestaltet mit jeder Klasse eine Stunde in der Woche. Und das Proben erfordert von den Kindern auch viel Disziplin. Man muss sich auch dann konzentrieren und ruhig sein, wenn andere dran sind. Man darf seinen Einsatz nicht verpassen, den Text nicht vergessen und vieles mehr.
Und die erarbeiteten Stücke kann man sich dann auch ansehen?
Darauf freuen sich die Eltern natürlich ganz besonders. Jedes Jahr gibt es neben kleinen Klassenaufführungen ein Stück, bei dem alle 200 Kinder mitspielen. Das ist natürlich immer ein großes Theater! Wir betonen aber immer, dass es bei unserer speziellen Art von Unterricht nicht um die schlussendliche Aufführung geht. Der Weg ist das Ziel! Die Kinder sollen kreativ sein, mit den anderen diskutieren und interagieren, aus sich herausgehen und ihre Fähigkeiten entdecken.
Sind denn alle Kinder an der Schauspielerei interessiert?
Natürlich gibt es da ganz unterschiedliche Interessen. Manche tanzen lieber, andere singen oder stehen eben lieber mit einem Text auf der Bühne. Andere Kinder mögen das Sprechen vor Publikum nicht, die haben dafür vielleicht eine technische Begabung und sind für die Musikeinspielungen verantwortlich. Oder sie kümmern sich um die Requisiten.
Kommt dabei nicht der „normale“ Schulunterricht zu kurz?
Nein, dieses Problem haben wir nicht. Ganz im Gegenteil: Wir merken bei unserem kreativen Umgang auch in den „normalen“ Gegenständen, dass die Kinder konzentrierter und interessierter sind.
Welche besonderen Fähigkeiten entwickeln die Kinder bei Ihnen?
Die Kinder können sich präsentieren. Sie haben das Selbstbewusstsein, vor einem Publikum frei sprechen zu können. Sie sind es gewohnt, vor anderen zu agieren. Natürlich ist nicht jedes Kind gleich aufnahmefähig dafür. Aber es ist erstaunlich: Mir hat eine Mutter einmal erzählt, dass ihr Kind in der ersten Klasse Gymnasium auf die Bühne musste. Und ganz selbstverständlich hat es sich hingestellt, das Mikrofon auf die richtige Höhe eingestellt und losgelegt.
Wie ist das Feedback der Eltern?
Sehr positiv. Und ich glaube, die Ganztagsschule wird das noch verstärken. Vor allem bei den Aufführungen sind die Eltern natürlich sehr stolz auf ihren Nachwuchs.
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