Lernen & spielen am Monte Laa
Die erste gemeinsame Bildungseinrichtung für Krippen-, Kindergarten- und Schulkinder ist in Favoriten gestartet worden. „Kinder & Co“ hat die Geschwister Andrej und Kiki am neuen Campus Monte Laa besucht.
Kiki und Andrej auf der Riesenrutsche.
Wie können Brausetabletten einen Luftballon füllen? Andrej (7) kennt die Antwort. Denn er hat in der ForscherInnenwerkstatt genau beobachtet, wie das Gas der sich auflösenden Brausetabletten in einer Flasche aufsteigt und jenen Luftballon aufbläst, der am Verschluss montiert ist. Wenn Lehrerin Nicole Riemer in die ForscherInnenwerkstatt am neuen Campus Monte Laa einlädt, sind die SchülerInnen vor lauter Ehrgeiz kaum zu bremsen. Mit einfachen Mitteln gestaltet sie spannende Versuche, bei denen die Kinder mithelfen können. „Alle sind mit großem Eifer dabei. Und ich bin gefordert, mir Woche für Woche neue Versuche aus Chemie und Physik zu überlegen.“
Andrej besucht seit September ein für Wien neuartiges, ganztägiges Schulmodell, bei dem sich Lerneinheiten mit Freizeitangeboten abwechseln. Die Schule beginnt um 8 Uhr und dauert bis 15.30 Uhr. Die Betreuung beginnt bereits um 6 Uhr früh und wird bis 18 Uhr angeboten. Im selben Gebäude befindet sich auch der Kindergarten, den Schwester Chiara (3) – genannt Kiki – besucht. Auf den gemeinsamen Sport- und Freiflächen sowie in den Speiseräumen können die Geschwister einander treffen. Bei schönem Wetter hilft Andrej seiner kleinen Schwester besonders gerne beim Sandburgbauen. Danach geht er mit seinen FreundInnen auf das Klettergerüst oder auf die Riesenrutsche.
Toben im Turnsaal
Auf Bewegung wird viel Wert gelegt: Während Kiki ihr erholsames Mittagsschläfchen hält, tobt sich Andrej beim Turnen mit Diplomsportlehrer Oliver Beyer aus. „Hier im Turnsaal können die Erstklasslerinnen und Erstklassler ihren enormen Bewegungsdrang sehr gut ausleben.“ Mit verschiedenen Übungen und Spielen werden auch Geschicklichkeit und Balance gefördert. Zusätzlich zur Turnstunde gibt es am Montag Geräteturnen sowie dienstags und donnerstags Fußball.
Für die musische Erziehung kommen LehrerInnen der Musikschulen der MA 13 ins Haus. Die Kinder können Elementares Musizieren und die Tanzklasse kennenlernen. Und Lehrerin Anna Taeuber bringt den SchülerInnen die englische Sprache näher. Beim gemeinsamen Kochen in der eigens auf ihre Körpergröße angepassten Küche lernen die 6- bis 7-Jährigen erste Vokabeln auf spielerische Art und Weise.
Praktisch für die Eltern
Das neue Campus-Modell bringt auch viele Vorteile für die Eltern: Morgens und abends haben sie nur einen Weg zu und von Kindergarten und Schule. Da bleibt mehr Zeit in der Früh zum Schlafen und abends zum Spielen. Außerdem wissen sie ihre Kinder immer gut betreut. Das Campus-Modell orientiert sich ganz nach den Bedürfnissen der Eltern. Im Bedarfsfall gibt es auch Betreuung in den Ferien und an schulfreien Tagen.
Da sich Kiki am Campus sehr wohlfühlt, wird sie in drei Jahren mit großer Wahrscheinlichkeit in die Volksschule übertreten. Kindergartenpädagogin Evelyne Hönigschmid sieht darin große Vorteile: „Die Kinder bleiben in ihrer vertrauten Umgebung. Freundschaften werden nicht auseinandergerissen. Und wir Pädagoginnen und Pädagogen können den Lehrerinnen und Lehrern sagen, was die Stärken und Schwächen der Kinder sind.“
Weitere Standorte geplant
Das Besondere des Wiener Schulcampus ist, dass die Kinder bereits als Kleinkind/Baby eintreten und dann bis zum 10. Lebensjahr – in einer späteren Ausbauphase auch länger – am selben Standort bleiben können.
Insgesamt soll der Campus Monte Laa in den nächsten Jahren auf 8.500 Quadratmetern 210 Kindergartenkinder und 400 VolksschülerInnen beherbergen.
Weitere geplante Standorte für dieses neue Schulmodell sind das Nordbahnhofgelände (Fertigstellung 2010), die ehemaligen Bombardiergründe in Floridsdorf und die Seestadt Aspern.
Kontakt:
Campus Monte Laa
10., Rudolf-Friemel-Gasse 3
Telefon 01/688 25 03,
vs10rudo003k@m56ssr.wien.at (Direktion),
campus.montelaa@m56ssr.wien.at (Administration)
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