Respekt, Akzeptanz und Toleranz
Helga Plachenka (65) leitet bereits seit 37 Jahren den kleinen, jetzt auch beitragsfreien Kindergarten Bärli Brumm-Brumm in Hernals. Ein Interview.
Helga Plachenka mit ihren Schützlingen.
Warum gründeten Sie seinerzeit den Kindergarten?
Schon während meiner Volksschulzeit meinte meine Lehrerin, ich solle einen Beruf ausüben, der mit Kindern zu tun hat. Als ich dann 1972 mit der ersten meiner beiden Töchter schwanger war, wollte ich nicht „nur“ daheim sein. Ich gründete den Kindergarten, weil ich nach einer Tätigkeit suchte, bei der ich mein Kind bei mir haben konnte.
Warum ist Ihnen das Thema Integration so ein wichtiges Anliegen?
Das Wort Integration ersetzte ich durch Respekt, Akzeptanz und Toleranz von In- und Ausländerinnen und -ausländern. Ich denke, ein Miteinander kann nur auf dieser Basis entstehen, da auch in Österreich die Zukunft ohne Vielfalt nicht mehr möglich ist.
Wie setzen Sie Integration in Ihrem Kindergarten um?
Ein Schwerpunkt in unserem Kindergarten ist das spielerische Erlernen der deutschen Sprache. Ein weiteres Beispiel ist das Feiern der Feste unseres Kulturkreises. Unsere Kinder feiern das Laternenfest am 11. November, das Nikolausfest, Weihnachten, Fasching, Ostern …
Was macht Ihnen an Ihrer täglichen Arbeit am meisten Spaß?
Ich empfinde unseren Kindergarten als eine große „Familie“ und meine Arbeit gibt mir das Gefühl, an einem positiven Miteinander mitgestalten zu können.
Was sind die Vorzüge ihres Kindergartens?
Die Vorzüge unseres Kindergartens sind natürlich unser Bemühen um Integration. Darüber hinaus gibt es noch Vorzüge der praktischen Art wie lange Öffnungszeiten (6.30–17.30 Uhr) und Ganzjahresbetrieb.
Was bedeutet für Sie Integration?
Integration bedeutet für mich ein Leben in einer Gesellschaft, in der Vielfalt eine große Rolle spielt und, wie schon erwähnt, Toleranz, Respekt und Akzeptanz die Basis sind.
Wie gut ist der beitragsfreie Kindergarten als Möglichkeit zur
Integration geeignet?
Durch den beitragsfreien Kindergarten haben alle Kinder die Chance, am Miteinander teilzuhaben und so die deutsche Sprache schneller zu erlernen, unbeachtet ihres sozialen Hintergrundes.
Warum heißt er Bärli Brumm-Brumm?
Der Name entstand beim Heurigen. Ein Bär kann ein flauschiges Kuscheltier sein, aber auch ein starker Beschützer. Vielleicht ist das der Grund warum, Kinder Bären so lieben.
Was möchten Sie in der nächsten Zeit noch umsetzen?
Ich möchte weiterhin ein bisschen am positiven Miteinander meiner Umwelt mitwirken. Mein Ziel ist, mich mit 90 Jahren aus dem Kindergarten zu verabschieden und bis dahin neben meiner Tätigkeit als Leiterin noch viele Straßenfeste unter dem Motto „Zukunft ist Miteinander“ zu organisieren. Heuer haben wir bereits unser 5. Straßenfest gefeiert.
Info: Kindergarten Bärli Brumm-Brumm
17., Gschwandnergasse 42, 6.30–17.30 Uhr, ganzjährig, Telefon 01/484 72 63
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