Positive Beziehungen von Anfang an
Die Dipl. Kinderkrankenschwester Franziska Rumpf hatte 2005 hatte die Idee in der Kinderambulanz im Krankenhaus Rudolfstiftung eine Säuglingsberatung einzurichten. Wir haben sie zum Interview getroffen.
Junge Eltern sind oft überfordert. In der Säuglingsberatung der Rudolfstiftung bekommen sie gute Beratung.
Wie sind Sie auf die Idee gekommen, in der Kinderambulanz eine Säuglingsberatung einzurichten?
Rumpf: Meine Kolleginnen und Kollegen an der Kinderambulanz und ich haben festgestellt, dass es bei den Eltern einen sehr hohen Informationsbedarf gibt. Junge Eltern fühlen sich oft in der neuen Situation allein gelassen und damit überfordert. Häufig fehlen Großeltern, die den Familien unterstützend zur Seite stehen. Die Probleme reichen von Schreikindern über Blähungen bis hin zum Umgang mit dem Baby.
Was genau bietet die Säuglingsberatung?
Wir wollen die Familien entlasten und stärken, dass sie mehr Sicherheit im Umgang mit ihren Kindern erlangen. Für mich ist dieses Beratungsangebot auch ein Beitrag zur Gewaltprävention. Wir bieten ein Gespräch bei dem konkrete Fragestellungen geklärt werden können. Ich bespreche mit den Eltern zum Beispiel, was verursacht den Stress oder Druck. Vielfach kann ich ganz konkrete Hilfestellung für zuhause anbieten. Wenn ein Baby beispielsweise häufig Blähungen oder Bauchweh hat, kann eine Kolikmassage helfen. Weiters geht es ganz allgemein um Säuglingspflege und den richtigen Umgang mit dem Baby. Wie halte ich ein Baby richtig? Wie bade oder wickle ich es? Wie messe ich Temperatur? usw.
Wie läuft eine Beratung ab?
Die Eltern müssen in der Ambulanz anrufen und einen Beratungstermin vereinbaren. Vor der Beratung wird das Kind fachärztlich untersucht, um abzuklären, ob es organisch gesund ist. Danach besprechen wir dann das Problem und versuchen eine Lösung zu finden. Viele Eltern bringen zum Gespräch eine Liste mit Fragen mit, die wir gemeinsamen durchgehen. Nach dem theoretischen folgt ein praktischer Teil. Ich übe gemeinsam mit den Eltern das Gelernte wie die Babymassage. Ich zeige die Technik an einer Puppe vor und die Eltern wenden sie bei ihrem Baby an. Indem die Eltern gleich üben, erhalten sie eine gewisse Sicherheit und sehen auch gleich wie das Baby reagiert. Mir gefällt, dass sich in einer Stunde schon sehr viel bewegen lässt. Etwa die Hälfte der Eltern vereinbart einen weiteren Termin, um Erlerntes zu vertiefen oder um weitere Fragen zu stellen. Die Beratung ist kostenlos und vertraulich.
Wie wird die Säuglingsberatung von den Familien angenommen?
Die Beratung wird sehr gut angenommen. Wir haben ca. 100 Beratungen im Jahr. Aufgrund des großen Informationsbedarfs arbeiten wir eng mit den Eltern-Kind-Zentren zusammen, die ein sehr großes Angebot für Eltern bieten.
Kontakt: Krankenanstalt Rudolfstiftung, 3., Boerhaavegasse 13/Erdgeschoss, Telefon: 01/71165-2611
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