So bleibt Ihr Kind im Winter gesund!
Dr. Atrin Ramasani von der Kinderklinik im Wilhelminenspital weiß, wie man den Viren den Kampf ansagen kann.
Mit der richtigen Ernährung bleiben Kinder länger gesund.
Kinder & Co: Sind Kinder anfälliger als Erwachsene für Erkältungen?
Atrin Ramasani: Ja. Es gibt mehr als 200 verschiedene Viren, die einen grippalen Infekt auslösen können. Kinder, die noch nicht gegen all diese Erreger immun sind, erkranken deshalb häufiger. Vor allem ihre Atemwege sind noch sehr empfindlich, deshalb ist das Risiko eines Infekts im Winter, wenn die Luft kalt ist, deutlich höher.
Welche Körperregionen sind besonders gefährdet bei den Kleinen?
Kinder sind besonders bei den Atemwegen anfällig, denn diese sind noch nicht vollständig ausgewachsen und dementsprechend sensibel. Deshalb sollte auf keinen Fall in der Wohnung geraucht werden, auch nicht in einem anderen Raum. Denn der gefährliche Rauch verteilt sich trotzdem.
Wie wichtig ist die Ernährung zum Abwehren von Viren und Bakterien?
Grundsätzlich kann eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung das Immunsystem von innen stärken. Besonders empfehlenswert ist Obst mit viel Vitamin C, wie etwa Orangen oder Kiwis. Ergänzungsmittel in Form von Vitaminpillen oder
-pulver sind nicht notwendig.
Gibt es noch weitere Tipps zur Vorbeugung von Erkältungen?
Natürlich. Mehrmals täglich sollte die Wohnung gelüftet werden. Dabei gilt: Fenster für ein paar Minuten ganz öffnen, dann wieder schließen. Dies ist effektiver, als die Fenster den halben Tag gekippt zu halten. Gegen die trockene Heizungsluft, die die Atemwege reizt, kann man auch feuchte Tücher oder frisch gewaschene Wäsche in den Räumen aufhängen. Weiters sollte man mit den Kindern viel an die frische Luft gehen. Doch Vorsicht: Nicht zu viel anziehen! Kinder laufen viel herum, toben sich aus und kommen dabei leicht ins Schwitzen. Deshalb empfehle ich mehrere Schichten an Kleidung, die dann einfach im Bedarfsfall ausgezogen werden können. Unbedingt notwendig sind aber Handschuhe und wasserfestes Schuhwerk.
Ist eine Impfung eine Garantie fürs Gesundbleiben?
Viren und Bakterien können mutieren und in anderer Form zuschlagen. Dennoch sind manche Impfungen durchaus zu empfehlen – so in jedem Fall die Sechsfachimpfung, die auch im Mutter-Kind-Pass angeführt wird. Ebenfalls wichtig für Kinder ist die Impfung gegen Pneumokokken. Erkrankungen durch diese Erreger reichen von der Mittelohr- bis zur Hirnhautentzündung.
Wenn es das Kind dann doch erwischt: Wie wird es bald wieder gesund?
Zuerst kann man es mit „Hausmittelchen“ wie zum Beispiel Essigpatscherl versuchen – die senken das Fieber. Bei hoher Temperatur hilft auch ein lauwarmes Bad der Beine. Diese beiden Methoden sollten aber auf keinen Fall bei Schüttelfrost angewandt werden! Weiters gilt es, viel zu trinken. Empfehlenswert sind Tees und kühle (aber keine eiskalten!) Getränke. Auch gurgeln beziehungsweise inhalieren hilft – am besten mit Salbeitee oder Salzwasser. Als Elternteil sollte man darauf achten, dass das Kind genug Ruhe hat und gebrauchte Taschentücher sofort weggeräumt werden.
Ist es bedenklich, wenn ein krankes Kind nicht essen will?
Nein. Natürlich sollte man Kinder ganz normal ernähren, wie sie es gewohnt sind, doch wenn Kinder krank sind, essen sie in den meisten Fällen einfach weniger – das ist normal und nicht beunruhigend. Wichtig ist, dass sie genug trinken. Je nach Alter sollten es ein bis zwei Liter Wasser oder Kräutertee am Tag sein. Bei Kindern ab dem dritten Lebensjahr kann ich auch warme Milch mit Honig empfehlen.
Wann sollte man eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen?
Hohes Fieber ist bei Kindern durchaus normal. Bleibt die Temperatur bei über Sechsjährigen über zwei bis drei Tage lang auf 38,5 Grad und mehr, dann heißt es: Ab zur Ärztin oder zum Arzt! Bei fiebernden Babys unter sechs Monaten, egal wie hoch das Fieber ist, sollte man hingegen sofort in die Ordination. Alarmsignale für eine ernsthafte Erkrankung sind, neben konstant hohem Fieber, Krämpfe, Schweratmigkeit und auffallend hoher Schlafbedarf.
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