Tipps für Kräuterfeen
Es ist keine Hexerei, auf Fensterbrett oder Balkon frische Kräuter zu haben – wenn man einige Tipps beachtet.
Die meisten Kräuter lieben viel Sonne. Wichtig: Staunässe vermeiden!
Kräuter und Gewürze gibt es zwar in getrockneter Form das ganze Jahr über, aber auch frisch sind viele ein Geschmackserlebnis – zudem sind sie ein hübscher Anblick und erfreuen mit Blüten und Duft.
Diese Tipps verhelfen zu erfolgreichem Kräutergärtnern:
- Die Lebensdauer von Kräutern lässt sich verlängern, wenn man nicht gleich alle Blättchen aberntet, sondern ihnen Zeit zum Wachsen lässt. Wenn die Pflanze dann bereits groß und kräftig ist, kann man dafür oft den ganzen Sommer lang ernten.
- Ernten Sie am besten vormittags. Wenn man nicht alles aufbraucht, kann man die Kräuter in ein Glas Wasser stellen oder in ein feuchtes Küchenpapier eingewickelt im Kühlschrank lagern.
- Beim Eintopfen pro Kraut einen größeren Topf (Durchmesser mindestens 15 Zentimeter) nehmen oder für ein Kisterl zwei bis drei Kräuter.
- Kräuter mögen keine Staunässe. Deshalb müssen die Pflanzgefäße Abzugslöcher haben. Wenn keines vorhanden ist, mit dem Bohrer ein Loch machen. Dieses mit einem Tonscherben abdecken (damit es nicht von Wurzeln verstopft werden kann) und eine zwei Zentimeter dicke Schicht aus Kies oder Blähton einfüllen.
- Gute Erde für Balkonblumen oder Kübelpflanzen verwenden.
- Eher trockenen Boden mögen Majoran, Rosmarin, Salbei und Thymian – bei ihnen am besten Sand unter die Erde mischen. Feuchteren Boden mögen Kerbel, Petersilie, Schnittlauch und Zitronenmelisse.
- Gießen: Generell mögen es Kräuter lieber zu trocken als zu nass. Vom Topfrand lösen sollte sich die Erde aber vor Trockenheit nicht.
- Düngen: Einjährige Kräuter wie Basilikum und Dill werden nicht gedüngt (sie verlieren sonst an Aroma), außer sie zeigen Mangelerscheinungen. Mehrjährige Kräuter ein Mal im Monat mit einem Kräuterdünger oder der halben Dosierung eines Volldüngers versorgen.
- Platzbedarf: Achtung, Borretsch, Dill, Liebstöckel, Meerrettich und Sauerampfer können beachtlich hoch werden.
- Wer jetzt noch selber säen will: Besonders bequem sind Saatscheiben zu handhaben, die von einigen Firmen angeboten werden. Das Zuschauen beim Wachsen ist zwar spannend, bis zur Ernte braucht man allerdings etwas Geduld.
- Kochen – Regel: große und derbe Kräuter wie Rosmarin, Chili oder Lorbeer von Anfang an mitkochen oder mitbraten. Zarte Kräuter wie Basilikum erst zum Ende der Garzeit dazugeben.
- Tipp für Asia-HobbyköchInnen: Auch Zitronengras gedeiht auf dem Balkon. Es braucht allerdings viel Platz. Man kann es relativ kühl und trocken überwintern (Flur, Garage) oder an einem warmen, sonnigen Fenster, wo man es aber sehr feucht halten muss.
- Winterharte Kräuter wie Oregano, Thymian und Salbei können draußen bleiben. Wichtig: schützen (Topf mit Noppenfolie umwickeln), an die Hauswand stellen und an frostfreien Tagen gießen.
- Auch am Küchenfenster können viele Kräuter überwintert werden, zum Beispiel Basilikum, Bohnenkraut, Dill, Estragon, Gartenkresse, Majoran, Petersilie, Rosmarin und Zitronenmelisse. Wichtig ist allerdings feuchte Luft – eine Heizung darf auf keinen Fall in der Nähe sein.
- Wer keinen Platz in der Wohnung hat, kann die noch übrigen Kräuter vor dem ersten Frost abernten und trocknen. Gut geeignet dafür sind Bohnenkraut, Lavendel, Liebstöckel, Majoran, Pfefferminze, Rosmarin, Salbei und Thymian. Dazu ganze Triebe abschneiden, locker zusammenbinden und kopfüber an einem trockenen, schattigen Ort aufhängen. Die getrockneten Kräuter dunkel in gut verschlossenen Behältern aufbewahren.