Typ-2-Diabetes
Die Diagnose „Ihr Kind hat Diabetes“ ist für viele Eltern – und für den Nachwuchs – ein Schock. Aber je mehr man über die Krankheit weiß, umso besser kommt man damit zurecht. Mit Disziplin, viel Unterstützung und Know-how können auch junge Diabetes-PatientInnen eine fröhliche Kindheit fast ohne Einschränkungen erleben.
Typ-2-Diabetes wurde bisher im Volksmund oft „Altersdiabetes“ genannt, da die Krankheit meist ältere Menschen betraf. Tatsächlich erkranken auch immer mehr Kinder an Typ-2-Diabetes – in Folge mangelnder Bewegung und dem Essen von zu viel Zucker und Fett. Durch die ständige Zufuhr von Zucker muss die Bauchspeicheldrüse auf Hochtouren Insulin produzieren – bis die Zellen nicht mehr auf das viele Insulin reagieren und keinen Zucker mehr aufnehmen. Er verbleibt im Blut und der Blutzuckerspiegel steigt. Kinderarzt Andreas Lischka, Leiter der Kinderklinik Glanzing: „Zwei Drittel der Kinder, die Typ-2-Diabetes haben, haben auch Bluthochdruck, den man allerdings nicht spürt. Die vielfältigen und massiven negativen Auswirkungen auf Gefäße, Organe und Nerven machen sich erst viele Jahre später bemerkbar, weshalb Typ-2-Diabetes oft lange unerkannt und unbehandelt bleibt.“ Deshalb bei Verdacht oder starkem Übergewicht so schnell wie möglich von Kinderärztin oder Kinderarzt abklären lassen, ob der Blutzuckerwert des Kindes okay ist. Lieber keinen Selbsttest mit Teststreifen aus dem Drogeriemarkt durchführen – wenn die Streifen nicht fachgerecht gelagert wurden, kann das Ergebnis falsch sein.
Die gute Nachricht
Typ-2-Diabetes kann man gut vorbeugen. Hauptrisikofaktor sind nämlich Übergewicht und zu wenig Bewegung. Wer bei seinem Kind auf ausgewogene, gesunde und regelmäßige Ernährung achtet sowie Spiel, Sport und Bewegung so viel wie möglich in den Alltag einbaut, kann verhindern, dass der Nachwuchs krank wird. Lischka: „Das Vorbild spielt hier eine große Rolle – die meisten Kinder ahmen ihre Eltern nach.“
Hat das Kind bereits Diabetes, heißt es abnehmen. Lischka: „Außerdem muss der Lebensstil – oft der ganzen Familie –umgestellt werden. Konkret heißt das: regelmäßiges Sporteln und gesunde Ernährung mit wenig Zucker, um den Blutzuckerspiegel zu senken.“ Gleichzeitig muss oft über Spritzen oder eine Pumpe Insulin zugeführt werden, was auch Kinder bereits lernen können. Genauso wie das selbstständige regelmäßige Kontrollieren des Blutzuckerspiegels. Völlig auf Süßes verzichten, müssen die kleinen PatientInnen trotzdem nicht – solange sie auf den Zuckerspiegel achten und anschließend genügend Insulin zuführen. Hat sich der Körper wieder normalisiert, sodass er kein zusätzliches Insulin braucht, sollte man halbjährlich das Blut checken lassen, um einen Rückfall zu verhindern.
Alles rund um Diabetes, die optimale Ernährung und das Insulinspritzen können Kinder in eigenen Diabetesambulanzen lernen, die es etwa im Preyer’schen Kinderspital (im Kaiser-Franz-Josef-Spital angesiedelt), AKH, Krankenhaus Hietzing, SMZ Ost, Rudolfstiftung und Wilhelminenspital www.wienkav.at/kav/spital.asp/ gibt.