Wann braucht mein Kind eine Brille
Je früher Sehstörungen festgestellt werden, desto besser kann behandelt werden. Oberärztin Ilse Krebs von der Augenabteilung der Rudolfstiftung im Interview mit „Kinder & Co“.
Kinder sollten regelmäßig zur Kontrolle.
Kinder & Co: Ab welchem Alter sind Sehstörungen diagnostizierbar?
Ilse Krebs: Bereits bei Kindern ab zwei Jahren sind diese nachweisbar. Je früher man eine Diagnose hat, desto rascher kann gehandelt werden. Dementsprechend höher sind auch die Heilungschancen, da bereits in jungen Jahren therapiert wird.
Sollte man also bereits mit Kleinkindern zur Kontrolle?
Ja, im Mutter-Kind-Pass wird extra nochmals daran erinnert. Schielt der Sprössling schon vor dem zweiten Geburtstag, muss man aber natürlich gleich zum Sehtest. Kontrollen sind deshalb wichtig, weil die Anzeichen für eine Sehstörung für Eltern nur schwer zu erkennen sind. Meist merken es die Kinder selbst – aber erst in der Schule.
Was passiert, wenn man eine Sehstörung nicht erkennt?
Leistungsfähigkeit und Konzentration lassen rascher nach, weil die Augen sich mehr anstrengen, wenn die Kinder zum Beispiel von der Tafel ablesen. Weiters passieren Schreibfehler. Ebenfalls hellhörig werden sollte man, wenn die Kleinen nach dem Unterricht über Kopf- oder Augenschmerzen klagen oder etwa auffallend oft blinzeln. Damit eine Sehstörung frühzeitig erkannt werden kann, sollte man daher bis zum Schuleintritt alle ein bis zwei Jahre mit dem Kind zum Sehtest gehen.
Und danach?
Sind die Kinder im Volksschulalter, reicht eine Kontrolle alle zwei bis drei Jahre – sofern diese nicht direkt an der Schule angeboten wird.
Wie werden die Kinder behandelt?
Bei Kurzsichtigkeit – und das ist bei Sehstörungen die häufigste Diagnose – bekommen die Kleinen meist eine Brille. Kontaktlinsen sind vor dem 14. Lebensjahr nur in Einzelfällen zu empfehlen.
Kann man Sehstörungen vorbeugen?
Kleine Übungen helfen, die Augen zu entspannen. Probieren Sie es mal damit: Schließen Sie die Augen und bewegen Sie die Augäpfel dann abwechselnd nach rechts und links. Oder rollen Sie diese im Kreis.
Die Kinder heute wachsen in der Internetgeneration auf. Wie sehr schädigt häufiges Surfen bzw. Computerspielen die Augen?
Wer viel Zeit vor dem Bildschirm verbringt, sollte immer wieder Pausen machen, jede Stunde mindestens zehn Minuten – das gilt auch für Erwachsene. Kinder sollten aber natürlich nicht nur vor dem Computer sitzen, sondern auch Aktivitäten in der Natur machen.
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