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Minka und Bello unterm Weihnachtsbaum
Sind Tiere ein sinnvolles Geschenk? Ab welchem Alter können Kinder mit Vierbeinern umgehen? Und was tun, wenn sie es nicht können?
Gabriele Kohl vom Psychologischen Dienst der MAG ELF rät, dass man den Wunsch des Kindes nach einem Tier gutheißen, ernst nehmen und respektieren soll. Wichtig ist aber herauszufinden, ob dieser Wunsch tatsächlich lang ersehnt ist oder nur eine kurz aufgeflammte Idee. Das findet man heraus, indem man beispielsweise fragt: „Warum wünscht du dir gerade eine Katze? Was möchtest du mit der Katze tun? Weißt du, wie man sie pflegen muss?“ usw.
So findet man mehr über die Vorstellungen des Kindes heraus. Allerdings sollte man sich dafür genügend Zeit nehmen, damit das Kind erzählen und auch fantasieren kann.
Für Kinder ist es oft nicht konkret genug, wenn Eltern lediglich sagen „Tiere sind kein Spielzeug.“ Leichter verständlich sind Fragen, die sich auf das Kind selbst beziehen, etwa „Denk mal, was du so brauchst“. Auch Geschichten von Tieren aus Büchern oder Filmen helfen Kindern zu erkennen, was ein Tier braucht.
Tiere haben Gefühle
Es ist auch wichtig, dass auf Eigenheiten der Tiere hingewiesen wird: anhängliche Hunde, nachtaktive Hamster oder eigenwillige Katzen. Tiere haben Gefühle und Bedürfnisse, die dem Kind bekannt sein müssen, die es respektieren und auf die es sich einstellen muss – wenn es das nicht tut, muss es damit rechnen, dass das Tier entsprechend reagiert und zum Beispiel kratzt oder beißt. Auch dabei hilft es, einen Bezug zum Kind herzustellen – etwa mit der Frage: „Wie würdest du dich fühlen, wenn du ein Hund wärst, der immer nur in der Wohnung herumliegt und mit dem niemand hinausgeht?“
Natürlich sollte man auch über die Versorgung des Tieres reden. Was muss es essen, trinken, was tun bei Krankheiten, wie hält man das Kistl sauber, wer geht Gasse, wer zum Tierarzt, wer schaut darauf, wenn man auf Urlaub ist und vieles mehr. Es gilt festzulegen, welche Verantwortung das Kind übernehmen kann und muss.
Verantwortung für den kuscheligen Freund
Klar muss allerdings sein: Die Hauptverantwortung für das Tieres liegt beim Erwachsenen. Die Aufgaben, die ein Kind übernehmen kann, hängen von seinem Alter und Entwicklungsstand ab. Gut ist, bereits ein Kindergartenkind mithelfen zu lassen, es hin und wieder beispielsweise Futter geben oder den Käfig putzen zu lassen. Denn wenn ein Kind mit elf Jahren noch nie mit dem Hund Gassi gegangen ist – wie soll es dann von einem Tag auf den anderen die Aufgabe übernehmen können? Am Ende der Volksschulzeit kann das Kind Verantwortung, wie Futter geben oder Gassi gehen, übernehmen. Allerdings muss man nachprüfen, ob das wirklich geschieht.
Vernachlässigt das Kind das Tier über längere Zeit, sind Vorwürfe fehl am Platz. Oft liegt es nicht am mangelnden Interesse dem Tier gegenüber, sondern hat einen anderen Grund. Durch ein klärendes Gespräch kann man diesen herausfinden. Lösungen muss man gemeinsam mit dem Kind finden. Worauf durchaus darauf hingewiesen werden kann, dass es eine gemeinsame Entscheidung der Familie gab, dass alle Mitglieder auf das Tier aufpassen. Schafft es das Kind, aus welchem Grund auch immer, eine Zeit lang nicht, auf das Tier aufzupassen, kann man Zwischenlösungen überlegen. Zum Beispiel, dass ein anderes Familienmitglied die Aufgabe übernimmt. Ein Minimum an Kontakt oder Beschäftigung sollte aber beibehalten werden.
Ein Haustier hat positive Auswirkungen auf das Kind, auf seinen Umgang mit anderen, mit der Umwelt und sich selbst.
Was Kinder von Tieren lernen.
- Tiere sind besondere „Freunde“, „Ansprechpartner“, „Spielgefährten“
- Mit ihnen kann man viele Gefühle erleben: Nähe, Freude, Zärtlichkeit, Trost, Zusammensein, Nicht-allein-Sein …
- Aber auch viele Aktivitäten sind mit Tieren verbunden: spielen, kuscheln, Geheimnisse anvertrauen, herumtollen, beobachten, lachen …
- Tiere stärken ein positives Selbstwertgefühl, da das Kind Verantwortung übernimmt, eine Aufgabe erhält.
- Die Kinder lernen außerdem, die Bedürfnisse anderer wahrzunehmen, das Miteinander schult Verständnis, Toleranz, Hilfsbereitschaft, Einfühlsamkeit, geduld, Achtung und Respekt. Tiere beeinflussen das Gefühlsleben, sie schenken Freude, Fröhlichkeit, unbeschwerte Verspieltheit, Ausgeglichenheit, Ruhe, Gelassenheit und heben die Frustrationstoleranz.
- Sie steigern die Achtung und den Respekt gegenüber der Natur im Bezug zu anderen Lebewesen. Die Kinder dürfen das Wachsen und die Entwicklung miterleben.
- Tiere wirken sich oft positiv auf das Familienleben aus. Ein Tier fördert Gemeinsamkeiten, gemeinsames Lachen, Gespräche in der Familie (z. B. „Schau mal, was Bello macht!“), Aufgabenteilung unter den Familienmitgliedern. Und es ergeben sich sinnvolle freizeitbeschäftigungen, wie zum Beispiel spazieren gehen, laufen, rad fahren mit dem Hund, fröhlich oder unbeschwert spielen.
Checkliste, bevor man ein Tier anschafft:
- Wie viel platz ist in der Wohnung?
- Höhe der Kosten? (futter, Tierarzt, hygiene-Utensilien, Käfig, katzenkisterl, Leine, Abrichtung, Spielzeug)
- Hat man genug Zeit für das Tier?
- Welches Tier passt in die Familie?
- unterschiedliche lebenserwartung – vom hamster bis zum Papagei
- unterschiedlicher pflegebedarf – vom Hund bis zur Schildkröte
- unterschiedliches futter – vom Meerschweinchen bis zur Schlange (lebendfutter!)
- unterschiedlicher platzbedarf – vom Wellensittich bis zum Windhund
- Pflichten, Verantwortung
Wer übernimmt was? Und das zuverlässig. Wer springt ein, wenn der Zuständige einmal nicht kann (krank, ferienlager ...) – Einkauf futter, Streu, Gassi gehen, Käfig, kisterl säubern, beschäftigen mit dem Tier, Fell bürsten, tierarzt besuchen?
- Urlaub – mitnehmen, daheimlassen?
Versorgung während des Urlaubs – Katzen bleiben lieber in der gewohnten Umgebung, Hunde besser mitnehmen, weil sie unter der Trennung leiden.
- Anschaffung – kaufen, retten, schenken lassen
ältere Tiere – Da ist es gut, sich über die Geschichte des Tieres zu informieren. Bei wem hat es wie lange gelebt? Warum muss es seinen Platz wechseln? Wie sehr hängt es an seiner bisherigen Bezugsperson? Es macht einen unterschied in den Gewohnheiten des Tieres, ob es aus einer Familie mit Kindern kommt, wo zum Beispiel plötzlich eine Allergie aufgetreten ist, oder ob es der langjähriger Begleiter eines gebrechlichen alten Menschen war.
Tierheim – oftmals Tiere mit einer Leidensgeschichte und negativen Erfahrungen mit Menschen, eher vorsichtig sein, Geschichte des Tieres erzählen lassen. Es ist eine besondere Verantwortung und vor allem bei Familien mit Kleinkindern gut zu überlegen. Es kann aber auch eine sehr schöne aufgabe sein, wenn man die zusätzliche Verantwortung auf sich nehmen mag (keine überängstlichen Tiere).
Bei jungen Tieren kann relativ wenig passieren, die prägt man durch die Erziehung in der Familie.
Auf dem Land findet man oft junge Katzen, die gerne hergeschenkt werden, allerdings sind sie – im Gegensatz zu jenen aus den Tierhandlungen – weder geimpft noch tierärztlich untersucht.
Rasse oder Mischling – einem Kind ist es völlig egal, ob ein Tier vornehmer Herkunft ist oder nicht, es erkennt die inneren Schönheiten: Darauf legt es Wert und nicht auf Äußerlichkeiten!
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